Wie misst du deine Hüfte richtig?
Ein Maßband in der Hand, ein Spiegel und eine Größentabelle im zweiten Tab. Die Hüfte misst man an ihrer breitesten Stelle, meist 18 bis 22 Zentimeter unterhalb der Taille, aufrecht stehend und mit geschlossenen Füßen. Diese eine Zahl entscheidet danach über fast alles, was im Laden passiert.
Wie misst du die Hüfte richtig?
Die Hüfte wird an der breitesten Stelle des Unterkörpers gemessen, wobei das Band waagerecht einmal herumläuft, weder straff gezogen noch locker gelassen. Das Band soll den Körper berühren, aber sich noch mit einem Finger darunter verschieben lassen.
Die Reihenfolge der Schritte zählt, denn die häufigsten Fehler kommen aus der Haltung und nicht aus der Messung selbst:
- Steh aufrecht mit geschlossenen Füßen. Auseinanderstehende Füße verändern den Umfang um mehrere Zentimeter.
- Miss über der Unterwäsche oder einer dünnen Schicht. Ein Teil aus den Pullovern oder eine Jeans fügen Volumen hinzu, das nicht da ist.
- Halte das Band parallel zum Boden. Ein Gefälle hinten ist die häufigste Ursache für ein zu großes Ergebnis. Prüf es im Seitenspiegel oder bitte jemanden um Hilfe.
- Zieh den Bauch nicht ein und spann den Po nicht an. Die Messung muss zu der Haltung passen, in der du die Kleidung wirklich trägst.
Schreib das Ergebnis sofort auf, zusammen mit dem Datum. Der Umfang verändert sich im Lauf eines Jahres, und die Erinnerung liefert meist eine Zahl von vor zwei Saisons.
Miss bei der Gelegenheit auch Taille und Brustumfang, denn erst drei Zahlen zusammen lassen dich Schnitte mit Sicherheit wählen. Der Hüftumfang allein reicht bei weiten Röcken, aber alles, was auf der ganzen Länge anliegt, braucht den vollen Satz.
Wo verläuft die Hüftlinie wirklich?
Die Hüftlinie verläuft an der breitesten Stelle, ungefähr 18 bis 22 Zentimeter unterhalb der natürlichen Taille, auf Höhe der vollsten Stelle des Gesäßes. Bei den meisten Menschen fällt sie nicht mit dem Hüftknochen zusammen, den man leicht mit den Fingern ertastet und der oft für die richtige Stelle gehalten wird.
Diese Unterscheidung ist die häufigste Fehlerquelle. Der Hüftknochen sitzt höher und ergibt einen um mehrere Zentimeter kleineren Umfang, weshalb danach gewählte Hosen am Oberschenkel zu eng ausfallen.
Der einfachste Weg, die richtige Höhe zu finden: Führ das Band langsam nach unten und beobachte die Zahl. Der Punkt, an dem der Umfang aufhört zu wachsen und zu fallen beginnt, ist die Hüftlinie.
Was machst du mit dem Ergebnis?
Der Hüftumfang allein sagt wenig, solange du ihn nicht neben Schulter und Taille stellst, denn der Unterschied zwischen ihnen entscheidet über den Schnitt. Die Tabelle ordnet die häufigsten Proportionen.
| Hüfte minus Schultern | Silhouettentyp | Was daraus für den Schnitt folgt | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| bis 5 cm | ausgeglichen | fast jeder Schnitt sitzt gut | keine klaren Einschränkungen |
| 6 bis 12 cm | leichte Birne | Schnitte, die ab der Taille weiter werden | Taschen auf Hüfthöhe |
| über 12 cm | deutliche Birne | Volumen oben, hohe Taille | schmale Beine ohne Ausgleich oben |
| Schultern 5 cm breiter oder mehr | umgekehrtes Dreieck | Volumen unten, schlichter Ausschnitt | Puffärmel, Rüschen an der Schulter |
| Hüfte und Schultern gleich, Taille 25 cm schmaler | Sanduhr | Schnitte, die die Taille markieren | lockere Formen ohne betonte Taille |
Zwei Zeilen lohnen die Erweiterung. Läuft der Unterschied über zwölf Zentimeter, hilft ein Größenwechsel nicht mehr, denn eine nach der Hüfte gewählte Größe klafft an der Taille. Die Antwort ist ein Schnitt, der ab der Taille weiter wird, wie du ihn unter den Kleidern findest. Beim umgekehrten Dreieck gilt die Regel spiegelbildlich: Volumen wandert nach unten, in weit geschnittene Teile aus den Hosen.
Im Licht verhalten sich Stoffe mit weichem Fall über breiteren Hüften freundlicher als steife: In Bewegung legen sie sich in schmale senkrechte Falten, während ein starres Material vom Körper absteht und Licht über die ganze Breite fängt. Deshalb funktionieren Viskose und Leinen hier besser als schwere Baumwolle.
Wie vergleichst du die Messung mit einer Größentabelle?
Vergleiche deine Messung immer mit der konkreten Tabelle des Shops, bei dem du kaufst, nie mit einer allgemeinen Größentabelle, denn Unterschiede zwischen Marken erreichen bei derselben Nummer mehrere Zentimeter. Die Größe auf dem Etikett ist eine Konvention, der Umfang nicht.
Eine praktische Reihenfolge: Such deinen Hüftumfang in der Tabelle, sieh nach, welcher Größe er entspricht, und vergleich ihn dann mit der Größe, die sich aus der Taille ergibt. Wenn sie sich unterscheiden, nimm die größere und rechne mit einer Änderung an der Taille. Der umgekehrte Weg, das Enger machen an der Hüfte, ist deutlich schwerer und teurer.
Bei Röcken und Hosen zählt der Hüftumfang mehr als die Taille, denn er entscheidet, ob das Teil überhaupt hineingeht. Bei Kleidern und Jumpsuits entscheidet meist stattdessen der Brustumfang.
Was du beim Messen vermeiden solltest
Drei Fehler, die eine Messung unbrauchbar machen:
- Miss nie über dicker Kleidung. Ein Pullover oder eine Jeans fügen mehrere Zentimeter hinzu, und das genügt, um eine ganze Größe zu überspringen.
- Vermeide es, das Band straff zu ziehen. Die Messung soll zum Körper passen, nicht zum zusammengedrückten Körper. Ein zu enges Ergebnis bedeutet ein Teil, in dem du dich nicht hinsetzen kannst.
- Miss nicht direkt nach einer Mahlzeit oder spät am Abend. Der Umfang schwankt im Lauf des Tages, wiederhol die Messung also morgens und nimm den mittleren Wert.
Häufige Fragen
Wie misst du deine Hüfte allein?
Stell dich seitlich vor einen Spiegel und führ das Band langsam, wobei du im Spiegelbild prüfst, dass es hinten nicht abfällt. Du kannst das Band auch auf Messhöhe an eine Wand halten und bestätigen, dass die Linie waagerecht ist.
Über Unterwäsche oder über Kleidung messen?
Über Unterwäsche oder einer dünnen, anliegenden Schicht. Nur so beschreibt das Ergebnis den Körper und nicht das, was du zufällig gerade trägst.
Wie unterscheidet sich Hüftumfang von Oberschenkelumfang?
Der Hüftumfang läuft an der breitesten Stelle um den gesamten Unterkörper, der Oberschenkelumfang nur um ein Bein, meist einige Zentimeter unterhalb des Schritts. Bei anliegenden Schnitten braucht man manchmal beide.
Was, wenn Hüfte und Taille verschiedene Größen ergeben?
Wähl die Größe nach der Hüfte und lass die Taille enger nähen. Diese Änderung kostet einen Bruchteil des Preises von etwas Neuem und verändert das Ergebnis stärker als ein anderer Schnitt, besonders bei gut fallenden Stoffen unter einem Teil aus den Blazern.
Dieses Maßband in deiner Hand klärt mehr als eine Stunde Scrollen durch Produktfotos. Eine Zahl, mit Datum notiert, verschiebt das Einkaufen vom Raten zum Prüfen, und sie zeigt außerdem, welcher Schnitt eine Chance hat gut zu sitzen, bevor überhaupt etwas in den Warenkorb wandert.