Was bedeuten loose fit, regular fit und slim fit?
Auf dem Etikett steht ein Wort, und davon hängt ab, ob die bestellte Größe überhaupt zugeht. Loose, regular und slim beschreiben die Menge an Weite, die in den Schnitt eingerechnet ist, nicht die Größe des Kleidungsstücks. Deshalb sitzt dieselbe Vierzig in zwei Hemden völlig anders.
Was bedeutet loose fit?
Loose fit ist ein Schnitt mit einem Zuschlag von zehn bis vierzehn Zentimetern im Brustumfang, also liegt das Material nirgendwo außer an den Schultern an. Der Stoff fließt frei und die Bewegung der Arme zieht nicht an den Nähten.
Glatte Baumwolle zeigt im Licht jeden Bruch, und in der Bewegung legt sich ein lockerer Schnitt in weiche Wellen, statt sich über dem Rücken zu spannen. Genau daran erkennst du diesen Schnitt auf einem Foto am leichtesten.
Der Materialzuschlag hat allerdings zwei Folgen, die man kennen sollte:
- Die Schultern entscheiden alles. Wenn die Ärmelnaht unter die Schulterkante fällt, sieht das Stück zu groß aus und nicht locker.
- Weite an der Taille verlangt, dass die Taille an anderer Stelle markiert wird, etwa durch eine hohe Hosentaille.
- Ein dünner Stoff verliert in diesem Schnitt leicht seine Form, deshalb kommt er in einer dichteren Bindung besser heraus.
Unter den Hemden erkennst du loose fit an einem Ärmel mit weiter Manschette, die das Handgelenk nicht einschnürt.
Regular fit oder slim fit, was wählen?
Regular fit hat sechs bis acht Zentimeter Zuschlag und folgt der Silhouette ohne anzuliegen, slim fit lässt zwei bis vier Zentimeter und berührt den Körper auf der ganzen Länge. Der Unterschied beträgt im Empfinden also etwa eine Größe, obwohl die Nummer auf dem Etikett dieselbe ist. Deshalb können zwei Hemden aus demselben Schrank völlig anders passen, trotz identischer Etiketten.
Die Aufstellung ordnet alle Bezeichnungen nebeneinander:
| Bezeichnung | Zuschlag im Brustumfang | Wo es anliegt | Wozu es passt |
|---|---|---|---|
| slim fit | von 2 bis 4 cm | auf der ganzen Länge | als untere Schicht unter einem Sako |
| regular fit | von 6 bis 8 cm | an Schultern und Brust | tägliches Tragen, Büro |
| loose fit | von 10 bis 14 cm | nur an den Schultern | als Schicht obenauf, heiße Tage |
| oversize | über 16 cm | nirgendwo, auch die Schultern fallen | eine bewusst große Form |
| tapered | hängt vom Oberteil ab | verjüngt sich zum Knöchel | Hosen für eine flache Sohle |
Slim fit bewährt sich als Schicht unter etwas anderem, denn es sammelt kein Material im Ärmel. Regular ist beim Bestellen ohne Anprobe am sichersten, und loose wählst du bewusst, wenn du Weite willst. Bei Hosen bezieht sich dieselbe Bezeichnung auf das Bein und nicht auf den Bund.
Loose fit und oversize, ist das dasselbe?
Nein, denn bei loose fit sitzen die Schultern noch an ihrem Platz, und bei oversize fällt die Ärmelnaht absichtlich auf den Arm. Diese eine Eigenschaft trennt einen lockeren Schnitt von einem bewusst zu großen. Du prüfst sie in zwei Sekunden: leg einen Finger auf den Schulterknochen und schau, ob die Ärmelnaht genau dort fällt.
Die praktische Folge ist, dass du loose fit in deiner Größe bestellst und oversize auch in deiner, obwohl es größer aussieht. Oversize eine Nummer höher zu nehmen gibt meist den Effekt geliehener Kleidung. Wenn du genau diese Form suchst, schau dir T-Shirts und Tops in diesem Schnitt an und achte darauf, wo der Ärmel endet.
Welchen Fit bestellt man zwischen zwei Größen?
Bei der Wahl zwischen zwei Nummern nimm die kleinere bei loose fit und die größere bei slim fit, denn im ersten Fall bleibt der Zuschlag ohnehin, und im zweiten zählt jeder Zentimeter für die Passform. Regular fit bestelle in der Größe, die du gewöhnlich trägst.
Drei weitere Hinweise zum Schluss:
- Prüfe den Umfang an der Brust und nicht an der Taille, denn dort entscheidet der Schnitt über die Passform des Oberteils.
- Bei Gestrick geh eine Größe unter dem Webstoff, denn die Bindung dehnt sich beim Tragen.
- Bei breiten Schultern wähle regular oder loose, denn slim beginnt beim Heben der Arme über dem Rücken zu ziehen.
Diese Regel gilt auch für Gestrick, bei dem die Dehnung der Bindung das Empfinden der Größe stärker verändert als die Bezeichnung des Schnitts selbst.
Was sollte man beim Onlinebestellen vermeiden?
Vier Fehler wiederholen sich am häufigsten:
- Nimm niemals an, dass dieselbe Nummer in slim und loose ähnlich sitzt, denn der Unterschied reicht in jedem Umfang über mehrere Zentimeter.
- Vermeide es, oversize eine Größe größer zu nehmen, denn die Schultern fallen dann unter den Ellbogen.
- Bestelle slim fit nicht als äußere Schicht, denn darunter passt nichts mehr.
- Beurteile einen Schnitt nicht nach einem Foto am Modell, ohne die Größe zu prüfen, in der es fotografiert wurde.
Wenn dir Weite im Bein wichtig ist, ist der einfachere Weg Denim und andere Schnitte, die direkt über ihre Form beschrieben werden.
Bedeutet loose fit eine größere Größe?
Nein, denn der Materialzuschlag ist bei derselben Nummer schon im Schnitt enthalten. Bestelle deine gewöhnliche Größe, und bei Zweifeln zwischen zwei nimm die kleinere.
Was bedeutet regular fit auf einem Hosenetikett?
Bei Hosen beschreibt regular fit ein gerades Bein ohne Verjüngung und ohne Erweiterung, mit normalem Zuschlag an den Hüften. Es ist der neutralste Schnitt der ganzen Familie von Bezeichnungen.
Wie unterscheidet sich slim fit von skinny?
Slim fit folgt der Silhouette, dehnt sich aber nicht bei jeder Bewegung, und skinny liegt eng an und braucht Elastan im Mischgewebe. Slim findest du auch in Stoffen ohne Dehnung, skinny fast nie.
Welchen Fit wählt man für die Arbeit im Büro?
Regular fit ist hier am sichersten, denn er sieht ordentlich aus und lässt Platz für eine Schicht unter einem Sako. Sakos im Schnitt regular über einem slim Hemd bewähren sich auch.
Dieses eine Wort auf dem Etikett sagt mehr über die Passform als die Größennummer selbst. Prüfe es vor dem Bestellen, rechne den Zuschlag in Zentimeter um und wähle erst dann die Größe.